Heizwerk-Brand: Wiederaufbau im Zeichen von noch mehr Sicherheit

Der Brand des Heizwerks am 23. Februar 2021 war ein Ereignis, wie es Lech noch nie erlebt hat. Trotzdem hat man bereits in der Brandnacht den Blick wieder nach vorne gerichtet und alle Maßnahmen ergriffen, um die Wär- meversorgung der Gemeinde Lech sicherzustellen und schnellstmöglich mit dem Wiederaufbau beginnen zu können. Ein Bericht, wie die beiden Geschäftsführer der Biomasse-Heizwerk Lech GmbH Franz Josef Schmutzer und Ludwig Muxel den Brand erlebt haben und wie es beim Wiederaufbau weitergeht.

„Dank der hervorragenden Zusammenarbeit der Feuerweh- ren und der ruhigen und kompetenten Arbeit der Einsatz- kräfte und der Betriebsleitung in der Brandnacht, konnte das Schlimmste verhindert werden“, wie Altbürgermeister und Kraftwerks Geschäftsführer Ludwig Muxel aus der Brandnacht berichtet. „Einen Brand in dieser Dimension haben wir in Lech noch nie erlebt - und ein derartiger Brand ist im ersten Moment natürlich auch im krisenerprobten Lech ein Schock. Aber anders als im Lawinenwinter 1999 oder beim Hochwasser 2005 bestand bei dem Brand nie eine Bedrohung für das Dorf und so ist die Sorge um die Gefahr sehr schnell der Zuversicht gewichen - gerade auch, weil in der Nacht sehr viel Gutes geleistet wurde.“

Einen Brand in dieser Dimension haben wir in Lech noch nie erlebt.


Ludwig Muxel

Geschäftsführer Biomasse-Heizwerk Lech GmbH





Wie es gelungen ist den Schaden einzudämmen, berichtet Franz Josef Schmutzer aus der Brandnacht: „Ich habe sofort nach dem Eintreffen die Alarmierungskette in Gang gesetzt und mit ersten Brandbekämpfungsmaßnahmen begonnen. Wenig später, waren die Feuerwehren aus Lech und Zürs vor Ort. Dass die Lagerhalle nicht mehr zu retten sein wird, war uns schnell klar. Insofern hat die Feuerwehr sehr schnell den Fokus darauf gelegt, die Kesselgebäude mit zehntausenden Liter Wasser, die wir zuerst aus dem Bach und anschließend wieder aus dem Keller heraus pumpen mussten, zu kühlen und den Brand so einzudämmen. Heute wissen wir, dass wir damit genau die richtige Entscheidung getroffen haben.“ Um ein Übergreifen der Flammen von der im Vollbrand stehenden Lagerhalle auf die Kesselgebäude zu verhindern, wurde eigens ein Bagger angefordert, der um 08.00 Uhr - also nur rund sieben Stunden nach Brandbeginn - bereits mit den Abrissarbeiten begonnen hat. „Wir mussten die Gebäude sauber trennen, um ein dauerndes Aufflammen zu verhindern. Das ist mit der Unterstützung vieler Lecherinnen und Lecher, der Firma Schneider Erdbau, dem Heizwerk Zürs, der Gemeinde Lech und der Lecher Bergrettung bis 22.30 Uhr des selben Tages gelungen. Dann war die Gefahr für die Kesselgebäude end- gültig gebannt.“


Spätestens ab diesem Zeitpunkt habe man den Blick schon wieder nach vorne gerichtet, wie Ludwig Muxel weiter erzählt. „Für uns war wichtig, dass wir die Versorgung von Lech so schnell wie möglich wieder sicherstellen können und dass wir umgehend mit den Aufräum- und Wiederaufbaumaßnahmen beginnen. Die Versorgung von Lech mit Wärme konnte bereits um 15.00 Uhr nach der Brandnacht wieder aufgenommen werden. Heute läuft das gesamte Heizwerk wieder im Vollbetrieb. Bei der Halle und den Ge- bäuden sind wir sehr zuversichtlich, dass wir bis Oktober/ November dieses Jahres alle Reinigungs-, Sanierungs- und Bauarbeiten abgeschlossen haben, alle noch bestehenden Schäden behoben sind und das Heizwerk wieder in der gewohnten Optik erstrahlt.“


Technisch werde man beim Wiederaufbau auf noch mehr Sicherheit setzen, wie die beiden Geschäftsführer unter- streichen. „Unser Sicherheitskonzept war bisher schon sehr gut und auch im Vergleich zu anderen Kraftwerken auf höchstem Niveau. Anders wäre es nicht möglich gewesen, nach einem so großen Brand, so schnell wieder in Betrieb zu gehen. Aber der Teufel schläft bekanntlich nicht.“ Um die Sicherheit noch weiter zu verbessern, wolle man deshalb beim Wiederaufbau auf Massivbauweise setzen und so die Brandgefahr weiter minimieren. Auch in dieser Hinsicht blicke man zuversichtlich in die Zukunft, wie Ludwig Muxel und Franz Josef Schmutzer abschließend betonen: „Die Sicherheit des Kraftwerks und die Versorgungssicherheit von Lech werden in Zukunft noch besser. Und auch für den mehr als unwahrscheinlichen Fall, dass das Kraftwerk kom- plett ausfallen würde, könnten wir Lech über sogenannte Hot-Mobiles, die an unterschiedlichen Einspeisepunkten im Ort Wärme in das bestehende Netz einbringen, versorgen. Insofern kann man wirklich sagen: Wir sind für die Zukunft bestens gerüstet.“


Die Ursache für den Brand konnte bislang noch nicht final geklärt werden. Eine Selbstentzündung der Hackschnitzel könne allerdings aufgrund der hohen Qualität des Hackguts mit an Sicherheit grenzender Wahrschein- lichkeit ausgeschlossen werden.


Helden der Brandnacht

Die Alarmierung am 23. Februar um 00.35 Uhr hat zu einem Großeinsatz geführt, an dem Feuerwehren aus dem gesam- ten Klostertal und bis hin nach Rankweil mit schwerem Gerät und Atemschutz im Einsatz waren. Geleitet wurde der Einsatz mit über 200 Einsatzkräften von unserem Feuer- wehrkommandanten Martin Jochum und seinem Stellver- treter Martin Schneider, die nicht nur einen kühlen Kopf bewahrt haben, sondern auch durch die professionelle Ko- ordination einen größeren Schaden verhindern konnten.


Ein besonderer Dank gilt allen Einsatzkräften, aber auch allen Helferinnen und Helfern und der Lecher Bevölkerung, die die Feuerwehrleute in der Brandnacht mit Getränken und Essen versorgt haben.


Wieder einmal hat sich gezeigt, welch hohen Ausbildungs- stand die Freiwilligen Feuerwehren im Land haben und dass Leute, die noch nie zuvor etwas gemeinsam geübt haben, perfekt zusammen arbeiten können.“


Martin Jochum

Kommandant der Feuerwehr Lech

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