Herausfordernde Zeiten für unsere Gemeinde


Liebe Lecherinnen, liebe Lecher,


damals, als ich als kleiner Junge davon geträumt habe, unserer schönen Gemeinde irgendwann als Bürgermeister vorstehen zu dürfen, habe ich es mir definitiv anders vorgestellt. Ich sage es ganz offen: Die vergangenen Monate waren für mich als Mensch, als Gemeindevertreter und als neuer Lecher Bürgermeister eine ganz besondere Herausforderung. Und obwohl ich schon seit vielen Jahren für unsere Gemeinde und die Menschen in Lech tätig sein darf, hat es sehr viel Kraft und Zeit gekostet, mich in meine neue Rolle in unserer Gemeinde einzuarbeiten und einzufinden – nicht nur, weil ich dieses Amt und diese Aufgabe inmitten einer globalen Pandemie übernommen habe, sondern auch, weil unsere Gemeinde vor großen strukturellen Herausforderungen steht.


Diese Aufgabe kann einen - und das gebe ich ehrlich zu - im ersten Moment überwältigen. Aber wenn man sich, wie ich, das Ziel gesetzt hat, unsere Gemeinde im Sinne aller Lecherinnen und Lecher voranzubringen, dann überwiegt die Begeisterung und die Freude daran, etwas für Lech und für die Menschen in unserem Dorf bewegen zu dürfen - vor allem, wenn man sich dabei auf ein kompetentes Team in der Gemeinde verlassen kann. Das hat mir sehr geholfen und dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde Lech und der Lech Zürs Tourismus, die in den vergangenen Monaten, auch aufgrund der Zusatzbelastung durch die Corona-Maßnahmen, Außerordentliches geleistet haben, sehr herzlich bedanken. Dass es nicht nur für mich, sondern für alle politischen Vertreterinnen und Vertreter in unserer Gemeinde herausfordernde Zeiten sind, hat die Intensität der Sitzungen und der Besprechungen in den vergangenen Monaten gezeigt. Alleine die Gemeindevertretung und der Vorstand sind in dieser Legislaturperiode bereits jeweils zehn Mal zusammengekommen, um wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen.

Und auch wenn wir in den vergangenen Wochen und Monaten politisch viel und intensiv diskutiert haben, sehe ich unsere Gemeinde gerade auch wegen der lebhaften Diskussion und den unterschiedlichen Standpunkten in der Debatte auf einem sehr guten und zukunftsfähigen Weg. Die gemeinsame Suche nach guten Kompromissen und neuen Lösungen für die großen Herausforderungen, wie wir sie heute in der Gemeindevertretung und den unterschiedlichen politischen Organen erleben, bereichert unser Dorf - davon bin ich felsenfest überzeugt. In diesem Sinne haben wir in dieser Legislaturperiode bis heute schon sehr viel erreicht. Wir haben einen Livestream eingerichtet, der die Debatten in der Gemeindevertretung zugänglich und transparenter macht, wir treiben den Organisationsentwicklungsprozess zur Verbesserung unserer Strukturen und unserer Effizienz als Gemeinde konsequent voran, wir haben das Projekt Gemeindezentrum neu aufgestellt und einen Ausschuss ins Leben gerufen, der dieses Projekt im Sinne der Gemeindevertretung und im Sinne der Lecherinnen und Lecher voranbringt und wir haben ein Budget beschlossen, das die Arbeit unserer Gemeinde und unserer Abteilungen sicherstellt und dabei trotzdem die Einsparungspotentiale in allen Verwaltungsbereichen bestmöglich nutzt. Das alles ist uns inmitten einer andauernden Pandemie gelungen, die uns als Gemeinde, vor allem aber auch die Lecher Betriebe, mit bis vor Kurzem noch unvorstellbaren Problemen konfrontiert.


Für diese Probleme sinnvolle Lösungen zu finden, wird eine unserer größten Aufgaben für die kommenden Monate sein. In diesem Sinne werde ich mich persönlich als Bürgermeister, nicht nur aber vor allem auch, im Rahmen der ERFA-Gruppe für eine umfassende Unterstützung der besonders betroffenen Tourismusgemeinden und -betriebe stark machen. Und wir als Gemeinde werden alles dafür tun, um unsere Betriebe in dieser schweren Zeit zu unterstützen, indem wir - im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten - Maßnahmen zur gezielten Entlastung ausarbeiten und umsetzen. Dass unseren Betrieben weder der Mut noch der Wille für einen kraftvollen und schnellen Weg aus der Krise fehlt, haben wir bei der Öffnung der Gastronomie Mitte März bereits erlebt. Natürlich blicke auch ich angesichts der unsicheren Situation rund um das Coronavirus und die zunehmende wirtschaftliche Spannung nicht ohne Sorge in die Zukunft. Aber ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir als Gemeinschaft auch diese große Herausforderung gut und sicher überstehen werden. Ich freue mich jedenfalls darauf, den noch vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam mit dem Team der Gemeinde, der Gemeindevertretung und gemeinsam mit euch allen mit aller Kraft zu begegnen - auch wenn ich inständig hoffe, dass wir von weiteren Katastrophen, wie wir sie mit dem Brand des Heizwerks gerade erst wieder erleben mussten, verschont bleiben.


Sogar das allerdings, haben wir durch den schnellen und kompetenten Einsatz unserer Feuerwehr und der Verantwortlichen beim Heizwerk sehr gut und schnell überstanden und können heute schon wieder nach vorne blicken. Wieder einmal hat sich gezeigt: genau dieses „nach vorne blicken“ macht uns Lecherinnen und Lecher aus. Und genau das macht mich sehr zuversichtlich für unseren gemeinsamen Weg durch diese Krise und unsere Zukunft als Gemeinde.


Euer Bürgermeister

Stefan Jochum

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